Côte d’Azur und Hinterland
Los ging es am 09.09.25 mit dem Flugzeug von Berlin nach Nizza. In knapp 2 Stunden waren wir da. Unseren reservierten Mietwagen holten wir am Terminal 2 ab. Das Fahrzeug hatte an allen Seiten viele Kratzer, weshalb wir erstmal Fotos und Videos davon machten, damit es am Ende keinen Ärger gibt.
Unsere erste Unterkunft war ein kleines AirBnB in Pégomas, 40km südwestlich von Nizza.
Tag 1
Bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir zum Cap d’Antibes. Dort sind wir den ca. 5km langen Küstenwanderweg (Sentier du Littoral) gegangen. Auf steinernen Wegen und Treppen läuft man direkt am türkisblauen Mittelmeer entlang. Der Rückweg führt im Landesinneren vorbei an luxuriösen Villen und Gärten.
Als nächstes ging es für uns nach Cannes. Wir wollten etwas außerhalb des Zentrums parken und peilten das Parkhaus Roseraie an, doch das war belegt. Also haben wir uns einen Parkplatz an der Hauptstraße gesucht und am Parkautomat ein Ticket gezogen. Die Gebühr war verhältnismäßig günstig (3€ wenn ich mich recht erinnere), aber man durfte nur 2 Stunden dort parken. Von dort liefen wir ca. 20 Minuten entlang der belebten Croisette Richtung Zentrum. Auf den ausgestellten Tafeln vor den Beach Clubs bestaunten wir die Preise für Speisen, Getränke und Liegestühle und gingen dann doch zu einem schlichten Restaurant in einer Seitenstraße. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafen und am Festivalpalast, mussten wir auch schon zurück zum Auto.
Wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, wären wir gerne noch in die Altstadt (Le Suquet), auf dem Hügel, gegangen. Und wenn wir noch einmal nach Cannes kommen, wollen wir mit der Fähre zur Île Sainte-Marguerite und zur Île Saint-Honorat fahren.
Tag 2
Heute machten wir uns auf den Weg zum Massif de l’Estérel, das vor allem durch seine rötlichen Felsen bekannt ist. Schon die Fahrt zum Ausgangspunkt unserer geplanten Wanderung bot tolle Ausblicke auf die Küste.
Wir parkten am Bahnhof von Le Trayas. Von dort ging es bergauf zum Pic de l’Ours (492m) und Dent de l’Ours (417m). Immer wieder großartige Aussichten auf Berge und Meer. Das Beste war: wir waren (fast) ganz allein unterwegs! Insgesamt war die Runde ca. 9km lang mit 400 Höhenmetern. Ab und zu musste man über Abschnitte mit losen Steinen gehen.

Auf dem Rückweg hielten wir in dem Örtchen Théoule-sur-Mer. Dort gibt es eine wunderschöne Strandpromenade. Es lohnt sich ein Spaziergang zum Pointe de l’Aiguille, wo sich die beeindruckenden rötlichen Felsformationen des Estérel Gebirges wiederfinden.
Am Plage de l’Aiguille trauten wir uns zum ersten Mal ins glasklare Wasser, aber nur mit Badeschuhen, da der steinige Strand sonst zu schmerzhaft und die Steine im Wasser zu rutschig gewesen wären.
Tag 3
Unweit von Pégomas liegt die Parfümstadt Grasse. Diese können wir wirklich jedem sehr empfehlen, aber man sollte früh kommen, da ab ca. 11Uhr die Busgruppen eintreffen. Die Altstadt besteht aus wunderschönen, engen Gassen, die von alten Gebäuden gesäumt und von rosafarbenen Schirmen bedeckt sind (Fotoparadies). Ein schöner Aussichtspunkt befindet sich am Place du 24 Août.
Weiter ging es nach Saint-Cézaire-sur-Siagne, wo wir die Wanderung zur Gorge de la Siagne machen wollten. Zunächst muss erwähnt werden, dass man vom Dorf einen genialen Blick über das Siagne-Tal hat. Um zum Fluss zu gelangen, muss man einen steilen Weg nach unten laufen. Dort angekommen, kann man sich in unterhalb einer hübschen Steinbrücke in einem natürlichen Wasserbecken etwas abkühlen.
Nachdem wir die knapp 300 Meter wieder nach oben gelaufen waren, gönnten wir uns im Dorf an einem hübschen Platz noch ein Getränk und kauften in der Brasserie ein Baguette.
Nach der Wanderung fuhren wir weiter zur nächsten Unterkunft am Rande von Castellane. Wir wohnten für 3 Tage im Ortsteil La Baume, auf 1100m Höhe, mit Blick auf den Lac de Castillon.
Tag 4
Dieser Tag war der einzige, an dem es trüb und etwas regnerisch war. Wir machten trotzdem einen Spaziergang direkt vor unserer Haustür zu einem noch weiter höher gelegenen Aussichtspunkt auf den Lac de Castillon.
Mit Regenjacke und Schirm ausgerüstet fuhren wir anschließend runter nach Castellane, wo wir am Place Marcel Sauvaire zu Mittag aßen. Um das Essen gut zu verdauen, folgten wir dem ausgeschilderten Rundweg zur Kapelle auf dem hoch gelegenen Felsen. Es ist eine kurze Wanderung von ca. 3km mit einem Höhenunterschied von 190m. Von oben hat man einen 360°-Panoramablick über Castellane und das Vorland der Verdon-Schlucht.
Bevor wir wieder in unser AirBnB gingen, mussten wir unbedingt noch kurz schauen, was das für große bunte Statuen etwas oberhalb der Wohnung waren. Und zwar befindet sich dort, mitten im Nirgendwo, die Cité Sainte de Mandarom Shambhasalem, eine Art Klosteranlage der Bewegung „Aumismus“. Leider kamen wir außerhalb der Öffnungszeiten und konnten die verschiedenen Tempel nur durch den Zaun betrachten.
Tag 5
Das Ziel des heutigen Tages war die Gorges du Verdon (Verdonschlucht), genauer gesagt ein Bootsverleih unterhalb der Galetas-Brücke am Lac de Sainte-Croix. Für 20€ mieteten wir uns für 2 Stunden ein Tretboot, um damit einmal durch die schmale Schlucht zu schippern. Die steilen Felsen und das türkisblaue Wasser waren wunderschön. Aber je später es wurde, desto mehr Boote waren unterwegs und es wurde teilweise ziemlich eng auf dem Wasserweg. Wir empfehlen im Tretboot Badekleidung zu tragen, da sehr viel Wasser auf die Sitze schwappt.
Nachdem wir das Boot zurückgegeben und am Kiosk ein Menthe Sirop (sehr spezieller Geschmack) getrunken hatten, fuhren wir weiter zum Parkplatz am Couloir Samson. Wer nicht so weit laufen möchte, kann mit dem Auto auch noch ein Stück näher ranfahren (insofern dort noch Parkplätze am Straßenrand vorhanden sind), was wir aber vorher nicht wussten. Am Couloir Samson rauscht der Verdon zwischen imposanten Kalksteinfelsen hindurch. Außerdem ist hier der Ausgangspunkt für den Blanc-Martel-Wanderweg, den wir aber nur ein kleines Stück entlanggelaufen sind.
Tag 6
Am frühen Morgen machten wir einen kurzen Stopp am schönen Kiesstrand in Saint-Julien-du-Verdon. Das Wasser des Lac de Castilllon ist glasklar (aber eiskalt) und wir waren dort fast alleine. Es gibt dort auch einen Bootsverleih.
Auf der Weiterfahrt zu unserer nächsten Unterkunft entschieden wir uns spontan auf halber Strecke in dem Städtchen Entrevaux anzuhalten, was sich als gute Entscheidung herausstellte. Es gibt dort viele verwinkelte Gassen, kleine Restaurants und es ist nicht so überlaufen. Hoch oben über dem Dorf thront eine mittelalterliche Zitadelle. Der steile Aufstieg (3€ Eintritt) wird mit einem großartigen Ausblick belohnt.
Nach einer kurzen Pause in einem Café fuhren wir weiter nach La Roquette-sur-Var etwas nördlich von Nizza. Das kleine Dorf (959 Einwohner) liegt auf 380m Höhe und man kommt nur über eine schmale Serpentinenstraße hinauf. Hier sei angemerkt, dass die Fahrweise der Einheimischen sehr gewöhnungsbedürftig ist und wir uns dann auch die vielen Kratzer am Mietwagen erklären konnten. In La Roquette gibt es weder Geschäfte noch Restaurants, aber dafür einen tollen Ausblick.
Tag 7
An diesem Tag sollte Èze unser erstes Ziel sein. Da das Städtchen in allen Reiseführern und Internetforen angepriesen wird, wollten wir es unbedingt besuchen. Doch wir waren etwas enttäuscht. Vielleicht ist es ganz schön, wenn man vor 9:00Uhr da ist, aber bei uns (gegen 10:30Uhr) war es schon so voll, dass es in den engen Gassen keinen Spaß machte. Und die Schlange vor dem Jardin Exotique war uns auch zu lang.
Wir fuhren lieber wieder ans Meer, und zwar zum Cap Ferrat, wo wir einen Teil des Küstenwanderwegs erkundeten. Wir liefen bis zum Leuchtturm an der südlichen Spitze und dann durch das Landesinnere zurück zum Hafen, wo wir geparkt hatten.
Was wir zeitlich an dem Tag leider nicht mehr geschafft haben, ist die Villa Ephrussi de Rothschild (nur bis 18:00Uhr geöffnet) und einen Abstecher nach Villefranche-sur-mer. Das heben wir uns fürs nächste Mal auf.
Vom Cap Ferrat zurück nach Roquette wollten wir uns diesmal die Mautgebühr auf der Autobahn sparen und entschieden uns stattdessen für eine kurvige Straße über Laval und Levens. Die Fahrt zog sich in die Länge, aber wir konnten noch ein paar schöne Dörfer sehen.
Tag 8
Vorschlag für einen Stadtspaziergang in NIZZA:
Natürlich durfte ein Besuch in der „Hauptstadt der Côte d’Azur“ nicht fehlen. Wir parkten am P&R „Parcazur Henri Sappia“, kauften uns jeweils ein Tagesticket für die Öffentlichen Verkehrsmittel und stiegen direkt in die Straßenbahn Richtung Stadtzentrum. An der Station Libération stiegen wir aus und liefen die Avenue Jean Médecin weiter Richtung Süden bis zum Place Masséna, dem belebten Hauptplatz in Nizza. Von dort spazierten wir entlang der Promenade des Anglais bis zum bekannten Hotel Negresco. Da es mittlerweile ziemlich heiß geworden war, mussten wir immer mal eine kurze Pause auf den überdachten Bänken an der Promenade machen. Nach zahlreichen Fotos kehrten wir um Richtung Altstadt. 
Auf der Rue Saint-François de Paule kommt man an zahlreichen Geschäften mit Seifen und Olivenölen vorbei. Am Marché Aux Fleurs waren die meisten Stände schon am Abbauen (ca. 13:00Uhr) und wir konnten nur noch ein paar einzelne Blumenstände sehen. Als nächstes wollten wir zum „I Love Nice“-Schild, welches am östlichen Ende des Strandes stehen sollte. Aber zu diesem Zeitpunkt stand es nicht mehr dort, sondern am Flughafen – schade. Da wir jetzt schon fast am Hafen Port Lympia waren, drehten wir dort noch eine Runde und bestaunten die Motoryachten. Am Place Garibaldi machten wir im Le Napoléon eine Mittagspause mit leckerem Salade Niçoise und Burger. Es war manchmal nicht einfach, ein Restaurant zu finden, das nach 14:00Uhr eine geöffnete Küche hatte.
Gestärkt ging es in das enge Gassengewirr der Altstadt (Vieux-Nice). Auch wenn es hier sehr touristisch ist, hat dieses Viertel ein ganz besonderes Flair. In der Rue Droite reihen sich Geschäfte, Cafés und eine kleine Kirche nebeneinander. Alles sehr pittoresk.
Da wir schon wieder sehr viele Schritte auf der Uhr hatten, beschlossen wir mit dem kostenlosen Fahrstuhl auf den Schlosshügel Colline du Château zu fahren. Von hier hat man einen großartigen Panoramablick über Nizza und die Engelsbucht. Ein toller Fotospot auf dem Hügel ist ein künstlicher Wasserfall, an dem mittels kleiner Lampen ein Regenbogeneffekt erzeugt wird. Wieder nach unten nahmen wir diesmal die Treppe. Zum Abschluss gönnten wir uns einen Sundowner im Café des Amis, wo man gut die vorbeiziehenden Passanten beobachten kann.
Als die Sonne schon am Untergehen war, gingen wir nochmal zur Strandpromenade, wo es noch sehr trubelig war, vor allem die rasanten Inlineskater zogen viel Aufmerksamkeit auf sich. Wir schossen noch ein paar Fotos und liefen dann langsam zur Straßenbahn.
Tag 9
Heute stand nochmal eine Wanderung im Hinterland auf dem Programm, und zwar im Mercantour Nationalpark, genauer gesagt im malerischen Vallée de la Gordolasque. Der Ausgangspunkt war die Pont du Countet, ca. 13km oberhalb des Ortes Belvédère. Von dort ging es ca. 330 Höhenmeter bergauf, immer entlang des Flusses Gordolasque. Die felsige und zugleich grüne Landschaft ist traumhaft schön, der Blick ins Tal atemberaubend. Nach ca. 3km überquerten wir den kleinen Fluss und stiegen auf der anderen Seite wieder hinab ins Teil. Ich fand den Weg auf der linken Seite des Flusses schwieriger, da es viele lose Steine gab und man manchmal nicht genau sehen konnte, wo der Weg lang ging. Insgesamt war nur wenig los auf diesem Wanderweg. Kurz bevor man wieder den Parkplatz erreicht, kommt man noch an einer kleinen Steinhütte vorbei, an der 1964 die Kinderserie „Belle et Sébastien“ gedreht wurde.
Auf der Rückfahrt hielten wir noch am Wasserfall Cascade du Ray, wo man gut eine Pause einlegen und schöne Fotos machen kann. Auch hier wieder nur vereinzelt andere Touristen.
Anschließend wollten wir in Roquebillière etwas essen. Jedoch war auch hier wieder das Problem, dass am Nachmittag die Küche im Restaurant geschlossen war. Also fuhren wir zum Supermarkt und kochten dann etwas in der Unterkunft.
Tag 10
Heute sollte nun schon der Abreisetag sein, aber es kam anders als gedacht. Da der Flug erst am Abend gehen sollte, statteten wir noch dem Bergdorf Saint-Paul-de-Vence einen Besuch ab. Das ist wirklich ein sehr charmantes Dörfchen mit hübschen Gassen und kleinen Kunstgalerien. Wir spazierten ein Stück auf der alten Stadtmauer entlang, von wo aus man einen tollen Blick bis zum Meer hat. Da es ja der letzte Tag sein sollte, gönnten wir uns nochmal einen Crêpe im etwas versteckten Café „New the Artiste“. Außerhalb des historischen Stadtkerns kann man in ca. 10 Minuten zu einem großartigen Aussichtspunkt laufen. Von der Chapelle Saint-Claude-et-Saint-Charles überblickt man das ganze Dorf, das auf seinem Hügel thront. Foto-Highlight!
Um schon etwas näher Richtung Flughafen zu kommen und das Wetter sehr schön war, zog es uns noch an den Strand von Cagnes-sur-mer. Wir schlenderten ein bisschen an der Promenade entlang und versuchten bei mehreren Restaurants eine geöffnete Küche zu finden, leider vergebens. Also fuhren wir nach Cagnes-sur-mer in die Fußgängerzone, aber auch hier alle Restaurants zwischen 14:00 und 17:30Uhr geschlossen, also gab es nur einen Snack in einer Pâtisserie. Nun ging es zum Flughafen, um dort den Mietwagen abzugeben. Die Mitarbeiterin war sehr erstaunt über das zerkratzte Auto und wir mussten ihr unsere Videos vom Zustand des Autos bei der Abholung zeigen. Wir checkten unser Gepäck ein, gingen zu unserem Gate und warteten auf unseren Flug nach Berlin. Jedoch wurde dieser immer weiter verschoben, bis er schließlich gecancelt wurde. Bei den meisten Passagieren herrschte große Aufregung, da es bereits nach 22:00Uhr war und wir keine hilfreichen Auskünfte vom Personal bekamen. Wir holten unser aufgegebenes Gepäck wieder und entschieden uns, ein Hotel direkt am Flughafen zu nehmen. Wir bekamen dann die Nachricht, dass unser Flug am nächsten Nachmittag gehen sollte.
Zufällig waren wir im gleichen Hotel wie die Crew des Flugzeugs untergekommen. Wir konnten uns an der Bar noch kurz mit ihnen über den gecancelten Flug austauschen.
Tag 11
Wir deponierten unser Gepäck im Hotel und nutzten die gewonnene Zeit, um mit dem Bus zum Plage Magnan zu fahren. Dort machten wir es uns mit Handtüchern auf den Steinen gemütlich. Die Sonne war noch sehr kräftig und wir mussten uns mit einem (Regen)Schirm schützen. Es war relativ leer und das Wasser war traumhaft, aber auch hier sei wieder zu Badeschuhen geraten, da die Steine schmerzhaft sein können. Danach holten wir unser Gepäck und gingen erneut zum Flughafen, wo diesmal der Flieger tatsächlich pünktlich nach Berlin abhob.








